Kirchgemeinde

Etwa 1.475 Mitglieder zählt die Oberlungwitzer Kirchgemeinde St. Martin derzeit. Der Schwerpunkt des vielfältigen Gemeindelebens liegt auf dem evangelisch-lutherischen Gottesdienst. Dieser findet statt in der St.-Martins-Kirche und in der Abteikirche, welche als Winterkirche genutzt wird.

Als sich 1890 die Orte Oberlungwitz und Abtei vereinigten, wurden auch die beiden Gemeinden eins und deshalb verfügt die Gemeinde heute über zwei Gotteshäuser.

Wichtig ist für unsere Gemeinde, dass wir gemeinsam mit der Marien-Gemeinde aus dem Nachbarort Gersdorf ein Schwesternkirchverhältnis pflegen. Die dortige Pfarrerin Barbara Schmidt war selbst jahrelang Pfarrerin in unserer Oberlungwitzer Gemeinde.

Ihren Namen haben die Kirche und die Gemeinde vom Heiligen St. Martin, der seinerzeit als römischer Soldat in einer kalten Winternacht seinen Mantel mit einem armen Bettler teilte und deshalb später für diese Barmherzigkeit heilig gesprochen wurde.

 

Die Stadt Oberlungwitz ist eine sächsische Kleinstadt mit knapp 7 000 Einwohnern, die zwischen Chemnitz und Zwickau am Nordrand des Erzgebirgischen Beckens liegt. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1273 wurden zunächst einige Teile des Ortes an das Kloster Grünhain im Erzgebirge verschenkt. Erst 1890 vereinigte sich Oberlungwitz wieder mit Abtei.

Viele Jahre hatte der Ort darunter zu leiden, dass er an der Hofer Straße (B 173) liegt, welche nicht nur von Kaufleuten sondern auch als Heerstraße benutzt wurde. Dies brachte in zahlreichen Kriegen Zerstörungen und Plünderungen mit sich. Im Mai 1812 wechselte beispielsweise auch der französische Kaiser Napoleon mit seinem Gefolge auf dem Weg nach Russland am Oberlungwitzer Postgut seine Pferde.

Weltweite Bekanntheit erntete Oberlungwitz vor allem durch seine Strumpfindustrie. Johann Emanuel Samuel Uhlig (kurz: J.E.S.U.) schaffte sich 1731 den ersten Strumpfwirkerstuhl der Region an und legte den Grundstein für die stärker werdende Oberlungwitzer Strumpfwirkerinnung. Anfangs traten noch kleinere Strumpfwirker als Unternehmer auf, aber später gründeten sich zahlreiche Fabriken, die auch durch Zulieferbetriebe wie Färbereien ergänzt wurden.

Als Oberlungwitz seinen rein bäuerlichen Charakter verlor und zu den größten Dörfern Deutschlands zählte, wurde dem Ort 1936 offiziell das Stadtrecht verliehen. Die vielen Textilunternehmen in Oberlungwitz sorgten dafür, dass zahlreiche Bewohner der umliegenden Region und auch aus Chemnitz nach Oberlungwitz kamen, um hier zu arbeiten. Es ist kaum vorstellbar, aber damals konnte man in Oberlungwitz bis zu 40 Gasthäuser aufsuchen.

Den zweiten Weltkrieg überstand der Ort relativ unbeschadet und auch die Industrie bestand weiterhin. Mit zunehmender Technisierung aber fielen mehr und mehr Arbeitsplätze weg.

Das allgemeine Problem der Arbeitssuche zieht in heutiger Zeit auch mehr und mehr Bewohner aus Oberlungwitz weg und sorgt bei zugleich geringen Geburtenzahlen für abnehmende Einwohnerzahlen.

Im Internet ist die Stadt über die Adresse www.oberlungwitz.de zu erreichen.